Ein λ/4 Topffilter ist ein koaxialer Resonator. Er besteht aus:
Die elektrische Länge entspricht etwa einer Viertelwellenlänge (λ/4). Am kurzgeschlossenen Ende liegt ein Strommaximum (H-Feld stark), am offenen Ende ein Spannungsmaximum (E-Feld stark).
Die Einkopplung erfolgt über magnetische Koppelschleifen nahe dem Kurzschluss. Diese koppeln Energie über das Magnetfeld in den Resonator ein bzw. aus.
Eigenschaften:
Typische Werte für einen selbstgebauten Topf bei 868 MHz:
Beispiel gemessene Werte dieses Aufbaus:
Hinweis:
Ein einzelner Topf ist ein Kompromiss zwischen:
Für höhere Sperrdämpfung werden mehrere Töpfe gekoppelt.
Wichtige Maße:
Das Verhältnis Innen- zu Außendurchmesser liegt bei ca. 3,6 und ist nahe dem Q-Optimum.
Der Aufbau beginnt mit der mechanischen Bearbeitung des Messingrohrs, das auf die gewünschten Maße gedreht wird. Anschließend werden Boden und Deckel aus Messing gefertigt, typischerweise durch Fräsen. Der Boden wird anschließend sorgfältig und flächig mit dem Rohr verlötet, sodass ein elektrisch sauberer und HF-dichter Kurzschluss entsteht.
Der Deckel erhält eine aufgelötete M10-Mutter, in die später die Abstimmschraube eingeschraubt wird. Danach werden die Öffnungen für die N-Flanschbuchsen in das Rohr eingebracht und die Buchsen mechanisch sowie elektrisch sauber montiert.
Die Koppelschleifen werden aus Kupfer-Installationsdraht mit 1,5 mm² gefertigt. Zur Befestigung am Boden (Masseanschluss) wird eine M2,5-Sechskantmutter an einer Seite leicht abgefeilt, sodass sich Lötzinn gut anheften kann. Der Kupferdraht wird anschließend an diese vorbereitete Fläche angelötet. Die Mutter wird danach mit einer M2,5-Schraube durch den Boden hindurch fest mit dem Gehäuse verschraubt, sodass ein stabiler und niederohmiger Massekontakt entsteht.
Der Draht wird im Inneren des Filters zunächst senkrecht nach oben geführt und anschließend mit einem 90°-Winkel in Richtung des Innenleiters der N-Buchse gebogen. Auf diese Weise entsteht die eigentliche Koppelschleife. Dabei ist auf eine symmetrische und reproduzierbare Geometrie zu achten, da die Schleifen maßgeblich die Kopplung bestimmen.
Der Innenleiter (Mittelstab) wird anschließend montiert und exakt mittig ausgerichtet. Danach wird der Deckel auf das Rohr aufgesetzt und verschraubt. Abschließend wird die M10-Abstimmschraube eingesetzt, mit der die Resonanzfrequenz des Filters eingestellt werden kann.
Besonders wichtig für die Funktion sind saubere elektrische Kontakte, stabile mechanische Verbindungen sowie eine reproduzierbare Montage aller Komponenten.
Messgrößen:
Typisches Vorgehen:
Hinweis:
Stärkere Kopplung verbessert die Anpassung, verschlechtert aber die Selektivität. Schwächere Kopplung erhöht die Sperrdämpfung, verschlechtert jedoch die Anpassung.
Die elektrische Länge eines Lambda/4-Resonators ergibt sich aus:
f = c / λ
mit:
Für einen Viertelwellenresonator:
L ≈ λ / 4
Für 869 MHz ergibt sich:
λ ≈ 345 mm λ/4 ≈ 86 mm
In der Praxis ist die physikalische Länge kürzer, da am offenen Ende eine kapazitive Endkorrektur wirkt:
L_real ≈ 0,85 … 0,95 × λ/4
Für diesen Aufbau ergibt sich:
Innenleiterlänge ≈ 70 … 75 mm
Gemessen wurde ein optimaler Wert von:
L = 73 mm
Praxisregel: